ARIMO spol. s.r.o. - Konfektion und Blaudruck
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Geschichte des Blaudrucks der Familie Joch in Strážnice

Cyri Joch s manželkou a synemFirma Arimo knüpft an die hundertjährige Tradition der Färberfamilie an, die von Cyril Joch gegründet wurde. Die Blaudruckwerkstatt gründete er nach etwa 225 Jahren seit der Verbreitung der Herstellungstechnologie von Blaudruck in Europa.

Unter die am meisten verbreiteten und ältesten Weisen der Textildekorierung gehört Färbung und Bedruckung der Textilstoffe. Die Wiege dieser Dekorierung von Textilien war ASIEN und von da aus wurden verschiedene Weisen der Färbung und Bedruckung nach EUROPA übertragen. Schriftliche Erwähnungen und materielle Beweise über Färberei und Bedruckung von Textilien finden wir bereits in der ältesten Geschichte der europäischen Nationen.

Der erste größere Betrieb für Blaudruckherstellung entstand im Jahre 1678 in Amsterdam, er wurde von holländischem Händler Jakub Grouw gegründet. Aus Holland breitete sich diese Technologie bald nach Deutschland aus und von hier aus auch in den Raum des heutigen Gebiets Böhmen, Mähren und Slowakei. Als die erste nahm eine privilegierte Manufaktur in Šaštín in der Slowakei im Jahre 1736 die Blaudruckherstellung auf, später nahm die Manufaktur des Grafen Josef Maxmilian Kinsky im Jahre 1763 den Betrieb in Sloup bei Česká Lípa auf.

Die Hauptblütezeit des Blaudruckhandwerkes war das 19. Jahrhundert. Es wurde nicht nur für Ankleidung, sondern auch zur Ergänzung von Interieur oder Wohneinrichtung verwendet. Die Nachfrage war beträchtlich und fast in jeder Stadt war eine Blaudruckwerkstatt tätig. Neben Blaudruckwerkstätten entstanden Schnitzwerkstätten, die Formen zum Blaudruck herstellten.

Im Jahre 1906 zog nach Strážnice der Färber Cyril Joch ein. Er wurde am 30. Mai 1880 geboren, als Sohn von Pavel Joch aus Žeraviny und von Kateřina, geboren Hálková von Stamm Jan Hálek aus Hroznová Lhota. Am 13. Juni 1906 heirateten Cyril Joch und Anna Gerstbergerová.

Im Jahre 1914 trat Cyril Joch den Militärdienst an und in der Herstellung kam es langsam zum Verfall. Es fehlte Leinenstoff sowie nötiger Farbstoff. Das Gewerbe führte während des Krieges Anna Jochová, aber sie färbte nur den Stoff, den Kunden brachten. Nach der Rückkehr vom Krieg begann Cyril Joch wieder zu arbeiten, aber es war nicht von langer Dauer, weil er am 29. April 1924 an Lungentuberkulose starb.


Nach dem Tod ihres Mannes führte das Färbergewerbe Anna Jochová mit Hilfe ihres Sohns František. Der erlernte das Handwerk bei Josef Gertsberger, Färber in Veselí nad Moravou. Am 3. Juli 1927 legte er die verordnete Gesellenprüfung ab. Im Jahre 1928 war František Joch in der Prüfungsarbeit in Klatovy, woher er am Ende 1929 nach Hause kam und gemeinsam mit seiner Mutter Anna betrieb er das handwerkmäßige Färbergewerbe.

František JochAnna JochováNový mandlIm Jahre 1934 heirateten František Joch und Milada Lukeštíková. In Jahren 1940 - 1941 wurden im Hof des Hauses Nr. 697 Druckerei und Trocknerei gebaut. Beide Räume befanden sich im ersten Stock und der Grundriss hatte Ausmaß 6 x 8 m. Im Erdgeschoss wurde Raum für Waschen und Mangeln des Blaudruckleinens.

Der Wäschemangel, der mit Menschenkraft angetrieben wurde, wurde zum Motorantrieb umgestaltet. Im Jahre 1949 wurde im Erdgeschoss ein Dampfkessel installiert, der Druckerei, Trocknerei und sogar die Wohnung beheizte, und mit dem Dampf wurde Wasser für Waschen und Stärkekochen erwärmt.



Die Blaudruckherstellung betrieb František Joch bis 1951, wann die kommunistische Regierung Betreiben aller privaten Gewerbe verbot. Im Jahre 1953 entstanden Bemühungen um Rettung der volkstümlichen Handwerke und das Kulturministerium errichtete bei der Genossenschaft Tvar (Gestalt) das Zentrum der künstlerischen Handwerke. In Uherské Hradiště arbeitete ein Team von Forschungs- und Entwicklungsbearbeitern unter Leitung Ing. V. Bouček und Ing. Steinar, die dem František Joch die Inbetriebnahme seiner Blaudruckwerkstatt anboten. Das Angebot wurde angenommen und seit 1954 konnte wieder die Blaudruckherstellung durch František Joch und seine Frau Milada in seinem Geburtshaus fortfahren. Am 31. Oktober 1957 errichtete das Kulturministerium das Zentrum der volkstümlichen künstlerischen Herstellung. Die Arbeitsstätte des Blaudrucks von František Joch wurde zum Regionalbetrieb in Uherské Hradiště eingeordnet. Seit 1958 begann mit seinem Vater der Sohn František der Jüngere zu arbeiten, das Färberhandwerk erlernte er bei seinem Vater.



František Joch při převíjení modrotiskuMilada, František a syn František JochoviMilada Jochová natírá pop



Die Blaudruckherstellung erbreitete sich und es wurden zwei neue Mitarbeiter angenommen. František Joch starb am 30. Juli 1974 und wurde im Stražnicer Friedhof beerdigt. Nach seinem Tod führte die Blaudruckwerkstätte František Joch der Jüngere. Nach dem Ausgleich der Verlassenschaft seines Vaters verkaufte František Joch der Jüngere die ihm gehörenden Liegenschaften an den tschechoslowakischen Staat - Zentrum der volkstümlichen künstlerischen Herstellung, das diese Räumlichkeiten zu wesentlichem Teil bereits zur Blaudruckherstellung benutzte. Die im Einfamilienhaus niedergelassene Betriebsstätte war schon unausreichend, und deshalb trat die Führung des Regionalzentrums in Uhreské Hradiště zu Ausbau neuer Betriebsstätte heran.

Nová budovaDas neue Gebäude hat Länge 36,5 m, Breite 16,5 m und zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss ist Blaudruckherstellung, Geschäft mit Lager, Speisesaal, Kesselraum und Lager von Blaudruck. Im ersten Stock wurde keramische Werkstatt geplant. Dieses Projekt wurde nie verwirklicht und die Räumlichkeiten wurden zumindest teilweise zum Trocken der bedruckten Textilien und als Lager zum Bedarf des Regionalzentrums benutzt.



Die Blaudruckherstellung verbreitete sich wieder und deshalb wurde Iva Jochová als Druckerin von Blaudruck im Jahre 1982 ins Arbeitsverhältnis eingestellt. Weiter wurden auch Františka Vajčnerová - Raumpflegerin - und Jan Můčka - Kesselraumarbeiter - eingestellt. Im Jahre 1986 wurden zwei Lehrlinge Igor Můčka und Jan Mička eingestellt, die den praktischen Unterricht an der Arbeitsstätte in Strážnice ausübten und zum sonstigen Unterricht fuhren sie nach Prag, an eine Berufslehranstalt, wo sie die Lehrlingsprüfung ablegten. Im Jahre 1991 wurde eine kleine Blaudruckwerkstätte errichtet, die die Hausarbeitsstätten des Regionalzentrums ersetzte. In der Blaudruckwerkstätte arbeiteten drei Näherinnen, und zwar Květoslava Jochová, Ludmila Vítková und Radka Kostelanská. Diese stellten Tischtücher, Tischsets, Kopfkissen und andere Blaudruckerzeugnisse her. Als sich das Zentrum der volkstümlichen künstlerischen Herstellung im Jahre 1993 auf Privatisierung vorbereitete, wurden alle Angestellten der Blaudruckarbeitsstätte entlassen. Im Arbeitsverhältnis blieb nur der Leiter František Joch, der nur die nötigsten Arbeiten ausübte. Manche Hersteller stimmten mit der Privatisierung nicht überein, und stellten Konkurrenzprojekte zur Privatisierung ihrer Werkstätten und Betriebe. Unter ihnen auch František Joch mit seinem Bruder Sáva.

Die Regierung der Tschechischen Republik genehmigte am 10. März 1993 PP 21450 MODROTISK (Blaudruck) STRÁŽNICE und ordnete dem Fonds des nationalen Vermögens an, den Kaufvertrag auszuarbeiten. Im Jahre 1993 wurde das Gebäude abgekauft und die Blaudruckherstellung wurde der Familie Joch zurückgegeben …

Am 1. Januar 1994 entstand Firma ARIMO spol. s.r.o. mit ausländischer Beteiligung. Das Herstellungsprogramm der neuen Firma war „Herstellung von Konfektion und Blaudruck“ und knüpfte an die Tradition der Blaudruckherstellung seit 1906 an. Im Erdgeschoss fährt die Blaudruckherstellung fort und im zweiten Erdgeschoss wurde die Konfektionsherstellung errichtet.